Ein Möbel vom Schreiner kostet mehr als eines aus dem Möbelhaus. Die berechtigte Frage lautet: Warum? Die Antwort steckt an Stellen, die man beim Kauf nicht sieht – in der Konstruktion, im Material und in den Beschlägen.

Das Material: Vollplatte statt Wabenkern
Günstige Möbel bestehen oft aus Wabenkernplatten: zwei dünne Deckschichten, dazwischen Karton. Das ist leicht und billig – aber man kann darin keine Schraube nachziehen und keine schwere Last aufhängen.
Wir bauen mit durchgehenden Platten (Massivholz, Multiplex oder hochwertige Spanplatte) mit 19 mm Stärke. Ein Fachboden trägt damit Bücher, ohne durchzuhängen, und Beschläge sitzen fest.
Die Kanten werden umleimt oder massiv angeleimt – das schützt vor Feuchtigkeit und Ausbrüchen.
Die Konstruktion: verleimt und gedübelt
Ein Korpus aus der Serienfertigung wird zusammengeschraubt und mit Exzenterverbindern gehalten. Nach ein paar Umzügen leiert das aus.
Wir verleimen und dübeln. Das ergibt eine Verbindung, die sich nicht lockert – und die einen Wohnungswechsel übersteht, weil der Schrank als Ganzes stabil bleibt.
Rückwände werden eingenutet statt aufgenagelt. Klingt nach Detail, entscheidet aber darüber, ob der Schrank in zehn Jahren noch im Winkel steht.
Die Beschläge: Markenqualität mit Ersatzteilen
Scharniere und Auszüge sind die einzigen Teile, die sich bewegen – und damit die einzigen, die verschleissen.
Wir verbauen Beschläge von Herstellern wie Blum und Hettich. Sie sind auf über 50’000 Öffnungen ausgelegt, gedämpft, und es gibt sie in zehn Jahren noch als Ersatzteil. Genau das ist der Punkt: Ein Scharnier lässt sich tauschen, ein ganzer Schrank nicht.
Nach Mass gebaut: passt und bleibt
Ein Möbel nach Mass ist für Ihren Raum gebaut. Es füllt die Nische, folgt der Dachschräge und schliesst an der Decke ab. Damit entsteht kein toter Raum – und kein Grund, es später zu ersetzen.
Ein Einbauschrank nach Mass beginnt bei CHF 1’500. Über die Lebensdauer gerechnet ist das günstiger als zwei Billigschränke, die je fünf Jahre halten.
Reparieren statt ersetzen
Wir kennen jedes Möbel vom Schreiner, das wir gebaut haben. Als Mitglied im Verband Schweizerischer Schreinermeister (VSSM) arbeiten wir nach verbindlichen Qualitätsstandards. Ein Kratzer in einer geölten Oberfläche wird nachgeölt. Ein defektes Scharnier wird getauscht. Eine Inneneinteilung lässt sich umbauen, wenn sich das Leben ändert.
Bei einem Möbel aus der Massenfertigung endet die Reparatur meist beim Sperrmüll.
Oberflächen, die man auffrischen kann
Wir arbeiten mit Öl, Wachs und wasserbasierten Lacken. Geölte Flächen lassen sich punktuell ausbessern, ohne das ganze Möbel neu zu beschichten. Das verlängert die Lebensdauer und spart Kosten.
Mehr zu unserer Arbeitsweise steht im Beitrag Nachhaltig schreinern.
Woran Sie ein gutes Möbel erkennen
- Ziehen Sie eine Schublade ganz heraus: Läuft sie ruhig und kippt sie nicht?
- Klopfen Sie auf die Seitenwand: Klingt es hohl, ist es ein Wabenkern.
- Schauen Sie auf die Rückwand: eingenutet oder aufgenagelt?
- Fragen Sie nach der Plattenstärke: unter 16 mm ist zu wenig.
Wir bauen Möbel, die bleiben. Wenn Sie wissen möchten, was Ihr Projekt kostet: Wir messen bei Ihnen auf und erstellen eine verbindliche Offerte. Von der Auftragserteilung bis zur Montage dauert es je nach Umfang 2 bis 10 Wochen.
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Weiterführende Informationen:
Pirmin Kälin führt die Schreinerei Kälin AG in Einsiedeln und bildet als Berufsbildner den Schreiner-Nachwuchs aus. Mit seinem Team fertigt er Küchen, Möbel und Innenausbauten nach Mass – geplant und produziert in der eigenen Werkstatt.
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